
PERSÖNLICHES FAZIT NACH INFO VERANSTALTUNG AM 21.02.26 IM GEMEINDEHAUS IN REETZ
In einem Wurfzettel kündigte die BI Naturparkstattwindpark eine Infomationsveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus an. Ich hatte ja schon einiges im "Buschfunk" gehört zum Thema Windkraftanlagen auf den Wiesen zwischen Reetz und Reppinichen und auch öfter etwas gelesen. Anfangs hieß es, alle wären dagegen, später, der Bau wäre nicht mehr aufzuhalten. Ein Grund also, diese Veranstaltung zu besuchen. Es gab einige sehr interessante Vorträge und später eine Diskussionsrunde. Die frühere Bürgermeisterin Barbara Klembt erhielt für ihren Apell gegen das Windkraftprojekt lauten Beifall im Saal. Da ich selbst eine "differenzierte" Einstellung zur Energiewende habe, hielt ich mich überwiegend aus den Gesprächen heraus. Ich wusste, in Dretzen gibt es schon 10 große Windräder am Rand des Naturparks und Brandenburg insgesamt hat sein Soll längst erfüllt. Neu für mich war, das Grundproblem wurde wohl durch Robert Habecks Gesetzesänderung im Erneuerbare-Energien-Gesetz ausgelöst. Bis dahin war es nicht erlaubt, Windparks in Naturschutzgebieten zu bauen. In §2 heißt es: Der Ausbau erneuerbarer Energien liegt im „überragenden öffentlichen Interesse“ usw. Zum Glück waren unter den Anwesenden nicht nur Bürger aus dem Ort, sondern auch Befürworter vom Gemeinderat und Fa. Lindhorst von Landgut Reppinichen. Denn aus deren Positionen bisher hätte ich geglaubt, sie wären Verfechter von erneuerbaren Energien. Aber es zeigte sich glasklar: es geht nur um Geld. Die Diskussionsrunde endete dann auch mit Fragen und Antworten zu Verträgen, juristischen Feinheiten, Banken und immer wieder Geld. Geld was Wiesenburg bekommt. Geld was Bürger vielleicht zweckgebunden zur Stromrechnung bekommen. Vielleicht. Nicht vor 8 Jahren. Bei Vertragsabschluss bekäme Wiesenburg einen Kredit von den Banken vorgeschossen. Ja, der "Buschfunk" hatte nicht gelogen. Wiesenburg hat sich übernommen und ist laut Märkische Allgemeine fast zahlungsunfähig. Und noch etwas war für mich stark wahrnehmbar: die Diskussionsrunde zeigte eine tiefe Spaltung innerhalb der Gemeinschaft der betroffenen Orte. In den nächsten Tagen gibt es dazu eine Briefwahl. Es soll wohl drei Möglichkeiten für ein Kreuz geben. Ja, Nein, Weiß nicht. Oder so ähnlich. Ja oder Nein sollte eigentlich reichen. Ich bin gespannt, ob es hier noch eine Gemeinschaft in dieser Frage gibt. Ein Vertreter des Vereins "Gegenwind" aus Serno schilderte, wie sie mit ihrem Verein von über 100 Mitgliedern ihre Bürger überzeugten und so Windparks verhindern konnten. Da sind wir wohl meilenweit entfernt. Ich bin gespannt auf die - hoffentlich - öffentliche Auszählung.
Meine "differenzierte" Einstellung zu erneuerbaren Energien kurz erklärt - LINK bitte anklicken !
Und als Abschluss ein kleines Quiz mit der Frage:
Was ist leichter zu demontieren und zu recyceln - Beton oder Stahl Konstruktionen?
Das nachstehende Foto zeigt einen Google Maps Ausschnitt von zwei Windrädern in Dretzen bei Buckautal. Bislang waren die Stahlgittermast Windräder kleiner als ihre Beton Kollegen. DDR Ingenieur Horst Bendix konnte das jetzt technisch lösen und bei Schipkau wird das größte Windrad der Welt gebaut. Diese neue Konstruktion gewährleistet schnellen Auf und Abbau. Auf dem 300 Meter hohen Stahlfachwerkturm befindet sich dann eine Vensys-126 Windkraftanlage mit 3,8 MegaWatt. Die Energieausbeute liegt bei ca. 40% mehr an Höhenwinden und ist daher grundlastfähig. An bisherigen Kraftwerkstandorten in direkter Verbindung zur Hauptnetzverteilung dann ideal. Das wird die Politik hoffentlich in ihre Planungen mit einbeziehen!
Gittermasten sind ein wichtiger Bestandteil des Netzausbaus. und der Energiewende. Sie werden aus recyceltem und recyclingfähigem Stahl gefertigt, um CO2-Emissionen zu reduzieren. Diese Gittermasten sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch langlebig, was sie zu einer wertvollen Investition für die Zukunft macht.
Das hilft jetzt der kleinen Gemeinde in Dretzen allerdings auch nicht weiter. Die MOZ schrieb im April 2025: "Warum ein ganzes Dorf sich von Brandenburg betrogen fühlt". Alle die nicht wissen, wo sie ihr Kreuz machen sollen - Dretzen ist nicht weit. Fragen hilft manchmal. Eine persönliche 3D Real Visualisierung zwischen Görzke und Ziesar ist bestimmt kostengünstiger als die von der Energie AG Wiesenburg in Auftrag gegebene 3D-Visualisierung.

